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Singen

"Wenn Methodisten singen, dann räkeln sie sich nicht oder sitzen dabei in ungehöriger Haltung. Sie singen nicht schleppend und sich mühsam die einzelnen Worte abringend. Sie stehen vielmehr vor Gott und preisen ihn fröhlich und guten Mutes."

John Wesley (1703 - 1791)

Leitartikel

Menschlichkeit

Was macht den Menschen eigentlich zum Menschen?

Was macht seine Menschlichkeit aus?
Es gibt verschiedene Antworten auf diese Frage.

Eine lautet: Es ist seine Fähigkeit zum Mitleid.
 
Auf Griechisch heisst mitleiden „sympathein“.Sympathie ist demnach die Fähigkeit, das Leid oder die Freuden anderer mitfühlen zu können.
 
Sympathisch und menschlich sind wir dann, wenn uns dies gelingt. Wo wir hingegen gleichgültig werden gegenüber anderen oder wo uns das Glück oder das Elend an derer kalt lässt, da verlieren wir unsere Menschlichkeit.
 
Im Gottesdienst vom 30. April haben wir uns mit dem Obwaldner Einsiedler Niklaus von Flüh befasst. Er würde heuer seinen 600. Geburtstag feiern. Er galt nicht nur als ein gefragter Seelsorger, sondern auch als weiser politischer Berater. Die Eidgenossenschaft war damals einem Bürgerkrieg nahe, weil es grosse Spannungen zwischen Stadt und Land gab. Da riet Niklaus von Flüh 1481 in einem Brief an den Rat von Bern: «Ihr sollt die Leiden Gottes
in euren Herzen tragen.» Gott ist einer, der mit den Menschen leidet, einer, der das Blut zum Himmel schreien hört (Gen 4,10), einer, der Not wahrnimmt (Gen 16,11.13), einer, der sich mit den Hungernden und Heimatlosen identifiziert (Matth. 25). 


Wo dieses Leiden Gottes in unseren Herzen einen Widerhall findet und wir fähig werden, das Leid und das Bedürfnis anderer wahrzunehmen, da kommt eine neue Dynamik in verfahrene Situationen. Da geht es plötzlich nicht mehr nur darum wie ich meine Interessen hartherzig und unerbittlich durchsetzen kann, sondern es geht um gemeinsame gute Lösungen. Da beginnen sich Gedanken um die Frage zu drehen, wie wir Ungerechtigkeit überwinden und wie wir einander gerecht werden können.
 
Ja, wo wir Gottes Leiden in unseren Herzen tragen und selber zum Mitleid fähig werden, da werden wir zu sympathischen Menschen und das Leben wird um Welten menschlicher.
 
 
In herzlicher Verbundenheit

 

In herzlicher Verbundenheit Ihr Urs Rickenbacher

Urs Rickenbacher, Pfarrer

United Methodist Church